Matinée zum Internationalen Frauentag im Niedersächsischen Landtag

Am 8. März 2026 nahm eine Delegation des Frauennetzwerks für Führung und Forschung in der Medizin e.V. (medf3) an einer Matinée im Niedersächsischen Landtag in Hannover teil. Die Veranstaltung wurde anlässlich des Internationalen Frauentages von der Präsidentin des Niedersächsischen Landtages, Hanna Naber, ausgerichtet.

Für medf3 waren vier Vertreterinnen vor Ort: Prof. Dr. Christiane Lex (2. Vorsitzende von medf3), Fachärztin für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, Prof. Dr. Heide Siggelkow, Fachärztin für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie, PD Dr. Christiane Müller, MPH, Fachärztin für Diagnostische Radiologie, sowie Dr. Birgit Gerecke, Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der Impulsvortrag von Dr. Lisa Schleker zum Thema „Eine Frage der Zeit: Zwischen Familie, Fürsorge und Beruf“. Anschließend bot sich im kleinen Kreis die Gelegenheit zu einem offenen Austausch mit Vertreterinnen aus Wissenschaft, Medizin, Politik und Gesellschaft über die Herausforderungen der Vereinbarkeit von beruflichen Anforderungen, Sorgearbeit und gesellschaftlicher Teilhabe.

Ein Gedanke aus dem Vortrag und der Diskussion hat uns besonders beschäftigt: die Idee sogenannter „atmender Lebensläufe“. Dahinter steht die Vorstellung, dass Lebens- und Berufswege nicht zwingend linear verlaufen müssen, sondern Phasen intensiver beruflicher Tätigkeit und Phasen des Innehaltens oder der Neuorientierung sich abwechseln dürfen, ohne dass daraus Nachteile entstehen.

Gerade in der Medizin und insbesondere in der Hochschulmedizin stellt sich die Frage, wie solche flexibleren Lebensläufe strukturell ermöglicht werden können. Themen wie Arbeitszeitmodelle, Mentoring, verlässliche Betreuungsstrukturen und eine neue Bewertung von Sorgearbeit spielen dabei eine zentrale Rolle.

In diesem Zusammenhang wurde auch deutlich, wie wichtig Netzwerke für Ärztinnen und Wissenschaftlerinnen sind. Sie bieten Räume für Austausch, gegenseitige Unterstützung und Mentoring. Wir möchten in unserem Netzwerk medf3 helfen, Karrieremöglichkeiten für Frauen in der Medizin sichtbarer zu machen und langfristig bessere Rahmenbedingungen für Führung, Forschung und klinische Tätigkeit zu schaffen.